Am Ball lernen Kinder soziales Miteinander

Von Martina Stöhr - Ein Bericht der AN-Online

Datum:
Mo. 16. Nov. 2009
Von:
AN Online
Aachen. Es hätte keinen besseren Rahmen geben können als den Tag der Integration im Pius-Gymnasium an der Eupener Straße, um den Förderpreis Sport zu vergeben. 19 Vereine hatten sich darum beworben, acht kamen in die engere Auswahl.

Und da die Wahl der Gewinner recht schwierig war, so Hans-Georg Suchotzki, Leiter des Fachbereichs Sport der Stadt Aachen und Mitglied der Jury, wurden neben den drei Gewinnern weitere fünf Vereine mit einer Anerkennung ausgezeichnet. Sie alle haben einen Weg gefunden, Kinder mit Migrationshintergrund und sozial benachteiligte Kinder in besonderem Maße zu fördern.

Und ganz vorne weg der Verein Schwarz-Rot Aachen 06: Er bietet besonders Migrantenkindern die Möglichkeit, Fußball und Handball zu spielen. Gerade der Sport sei eine hervorragende Gelegenheit zur Integration, hatte zuvor Nachrichten-Redakteur Holger Richter in seiner Eigenschaft als Moderator betont. Und das wissen auch die Vereine.

Schwarz-Rot 06 ist seit 1906 im Ostviertel beheimatet und in besonderem Maße um Kinder mit Migrationshintergrund bemüht. Der Verein versteht den «Ball als Medium, über den die Kinder in Kontakt treten». Laut Egbert Schaffrath (Schwarz-Rot 06) sind 23 Nationen im Verein vertreten und daneben eine ganze Reihe von Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Verhältnissen.

Der Verein bemühe sich, die Hemmschwellen zum Eintritt besonders niedrig zu halten, so Schaffrath. Und deshalb müssen Kinder, deren Familien in finanziell prekärer Lage leben, keinen Beitrag zahlen. Für sein besonderes Engagement wurde der Verein jetzt mit dem ersten Preis (1500 Euro) beim Förderpreis Sport ausgezeichnet.

Auf den zweiten Platz kam BC Rhenania Rothe Erde mit seinem Programm «Hand in Hand für Kinder». Der Verein bietet ein Fußballtraining mit Breitensportcharakter: Kinder ab fünf Jahren (Bambini) bis zum vierten Schuljahr sind eingeladen, auf dem Sportplatz der Rhenania Rothe Erde zu trainieren.

Der Verein will Kinder und Jugendliche vor allem aus dem Barbaraviertel an die Hand nehmen, um sie in Bewegung zu bringen. Die Stärkung des sozialen Miteinanders und die Einbindung der Eltern sind neben der Gesundheitsförderung wichtige Ziele des Vereins. Die Übungsleiter - ein Pole, ein Iraker und ein Türke - spiegeln die bunte Vielfalt des Vereins. Für sein Engagement wurde Rhenania Rothe Erde jetzt mit einem Preisgeld von 1000 Euro belohnt.

500 Euro gab es für Hertha Walheim und sein Programm «Nachtaktiv in Walheim»: Der Verein bietet jungen Leuten in Kooperation mit dem Offenen Kinder- und Jugendtreff «Space» die Möglichkeit, nachts in der Turnhalle sportlich aktiv zu werden. Vor allem auch Mädchen unterschiedlicher Nationen finden laut der Organisatoren zunehmend Spaß an dem Angebot.

«Das sind drei Projekte, die zeigen, wie viel man mit Engagement erreichen kann», stellte Integrationsminister Armin Laschet fest, als er den prämierten Vereinen ihre Urkunden übergab. «Wir sollten nicht nur über Defizite, sondern auch über Erfolge reden», hatte er zuvor betont. Und das Engagement der Vereine ist in diesem Sinne sicher ein gelungenes Beispiel.