Ein neues, entspanntes Miteinander

9. Aachener Tag der Integration vermittelte vielfältige Botschaften für ein gelingendes Zusammenleben

kiz35 Tag der Integration (c) Andreas Schmitter
kiz35 Tag der Integration
Di., 25. Aug. 2015
Christoph Hahn
Dieser Tag der Integration war ein Tag der lebendigen Bilder. Tausende von Neugierigen bezeugten mit ihrem Besuch in den Räumen und Hallen des Eurogresses, dass ihnen das Miteinander mit Migranten alles andere als gleichgültig ist und – vor allem – Feindschaft nicht ihr Ding ist.

Die gemeinsam von Bistum und Stadt Aachen organisierte Großveranstaltung schuf mannigfaltigen Begegnungen ein Forum, bei dem etwa Tänzer mit Wurzeln in Indien ihre Kunst zeigten. Wer genau hinschaute, konnte auch Spuren eines neuen, entspannten Miteinanders entdeckten: Zugewanderte und alteingesessene Aachener legten die Bollywood-Choreographien gemeinsam aufs Parkett.

 

200 Flüchtlingshelfer gemeinsam auf der Bühne

Miteinander geht, Miteinander muss sogar sein: Diese Botschaft vermittelte der Tag der Integration gleich mehrfach – im Kleinen an den vielen Infoständen, im Großen auf den Bühnen. So konnte sich letzten Endes auch eine Niederlage in einen Sieg verwandeln – genauer: Die Saalwette, die Mitorganisator Gerd Mertens vom Büro der Regionaldekane gegen seinen Kollegen Martin Pier hielt, wurde nachgerade zum Triumph. Angeführt von einem mythischen chinesischen Drachen, enterten zum Abschluss des Tages rund 200 Männer und Frauen – Bürgerinnen und Bürger, die freiwillig Flüchtlingen helfen, die Bühne. Gerd Mertens steht nun in der Pflicht. Er versprach, in seiner Wohnung für den Gewinner ein Menü zu kochen. Mertens’ Fazit: „Diese Wette habe ich gerne verloren. Es war ein absolut gelungener Tag, der ein Thema aufgegriffen hat, das die Stadt bewegt.“ Daneben fehlte es nicht an besinnlichen Tönen, an Momenten, die der Not der Flüchtlinge geschuldet waren.

 

Gedenkminute für Leute auf der Flucht

„Wir können nicht nur fröhlich feiern“, hatte die Integra- tionsbeauftragte der Stadt, Heidemarie Ernst, ihre Zuhörer im Rahmen einer interreligiösen Friedensfeier aufgefordert und leitete damit zugleich eine Schweigeminute für Menschen auf der Flucht und deren Angehörige ein. Ein weiteres Zeichen für eine aktiv gestaltete lokale Flüchtlingspolitik setzte die Verleihung des Aachener Integrationspreises, der in diesem Jahr zweifach verliehen wurde: einmal an Nassim Navvabi, die Leiterin einer Kindertagesstätte im Ostviertel, vor allem aber an das Patenprojekt „Aachener Hände“, dessen Ziel es ist, die Sprachkenntnisse junger Flüchtlinge zu stärken und ihnen Hilfe für die Bewältigung ihres Alltags zu geben.

Über weite Strecken hatte der Tag im Eurogress Züge eines politisch-sozialen Labors – will sagen: Die Besucher zeigten immer wieder auf, wie es im Zusammenleben gut oder besser gehen kann. Ganz verschiedene Traditionen des Singens verwoben sich auf der Chorbühne zu einem Konzert der vielen Stimmen. Und den Spielern aus vielen Nationen war beim Klack-Klack der Spielfiguren im Schach-Saal letzten Endes nicht mehr anzusehen, woher sie stammen – einige Beispiele von vielen.

Fotos vom Geschehen gibt es im Internet zu sehen unter www.tagderintegration-aachen.de.