Tag der Integration: Ein Riesenfest für alle Aachener

Von Margot Gasper - Ein Bericht der Aachener Nachrichten

Mi 4. Nov 2009
Aachener Nachrichten
140 Organisationen machen mit. Mehrere 1000 Gäste werden erwartet. Und erstmals gibt es einen thematischen Schwerpunkt – Ausbildung und Berufswahl. Der vierte Tag der Integration am Sonntag, 15. November, soll ein ganz dickes Ding werden. Veranstaltungsort ist diesmal das Pius-Gymnasium an der Eupener Straße.

„Einen solchen Tag der Integration hat keine andere Stadt in Nordrhein-Westfalen“, erklärte Günter Schabram, Leier des städtischen Fachbereichs Soziales und Integration, als am Dienstag das Programm vorgestellt wurde. „Der Tag ist auch keine Nischenveranstaltung“, so Schabram. Schließlich leben in Aachen Menschen aus 159 Nationen. 79 000 Aachener haben eine Zuwanderungsgeschichte, das sind 32 Prozent der Bevölkerung. „Dieser Tag zeigt die gesunde Vielfalt der Stadt.“

Nach drei Jahren hat diesmal das Bischöfliche Pius-Gymnasium die Rolle als Gastgeber vom Geschwister-Scholl-Gymnasium übernommen. Und auch das passe wunderbar, so der Chef des Sozialamts. „Integration ist schließlich kein Thema des Ostviertels, sondern der ganzen Stadt.“

Deshalb hoffen die 140 Organisationen und hunderte ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, dass möglichst viele Aachener die Einladung annehmen. Im letzten Jahr kamen rund 4000 Gäste. „Diesmal würden wir gerne die Fünftausendermarke knacken“, gesteht Gerd Mertens, Referent im Büro der Regionaldekane.

Eingebettet in all die internationale Vielfalt, hat der Tag der Integration diesmal den Schwerpunkt „Ausbildung und Berufswahl“. Das Motto: „Jungen Menschen eine Chance geben – Vielfalt ist ein Gewinn“. Günter Schabram zeigte sich gestern riesig froh, dass man für das Thema Ausbildung „potente Partner, teilweise sogar Weltunternehmer“ gewonnen habe. Einen Berufsparcours wird es geben, Bewerbungstraining und reichlich Informationen. Personalchefs werden auf der Bühne verraten, worauf es ankommt bei Bewerbungsmappe und Vorstellungsgespräch.

„Hoffentlich kommen viele Fragen von jungen Leuten und ihren Eltern“, wünscht sich Integrationsbeauftragte Iris Kreutzer. „Und hoffentlich entstehen so Kontakte zu Firmen.“ Die Stabsstelle Integration befasst sich seit langem mit dem Thema Ausbildung. Denn von den jungen Leuten mit Migrationshintergrund absolvieren nur halb so viele eine Lehre wie ihre Altersgenossen, die nicht aus Zuwandererfamilien stammen.

Die beteiligten Firmen haben aber auch etwas vom Tag der Integration, betont Günter Schabram. „Die Unternehmen brauchen junge Fachkräfte, und sie brauchen Kunden. Für sie ist diese gelebte Vielfalt ganz wichtig.“

Für alle von drei bis 99

Sri Tunruang gehört schon seit dem ersten Integrationstag zum Organisationsteam. Auch bei der vierten Auflage ist sie ehrlich begeistert von den vielen Teilnehmern und der riesigen Themenvielfalt. Sri Tunruang wagt einen optimistischen Blick in die Zukunft: „In fünf bis zehn Jahren reden wir nicht mehr von Migrationshintergrund. Wir sind alle Aachener.“

Koordiniert wird das Großereignis auch in diesem Jahr von Thomas Hohenschue. Er will allen Aachenern Lust machen auf Angebote für Menschen von drei bis 99 Jahren.