Weltoffenes Aachen

140 Organisationen laden zum 4. Tag der Integration ins Pius ein

tdi_keyvisual_presse rz klein.jpg (c) cubcom | jörg carabin (Ersteller: cubcom | jörg carabin)
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Datum:
Di. 10. Nov. 2009
Von:
Thomas Hohenschue
Zum Markenzeichen einer lebendigen, toleranten, weltoffenen Stadt ist der Aachener Tag der Integration geworden. 140 Organisationen gestalten diesen Tag gemeinsam. Am 15. November 2009 startet zwischen 12 und 18 Uhr die vierte Auflage, diesmal an neuem Ort, nämlich am Bischöflichen Pius-Gymnasium an der Eupener Str. 158.

Auch in diesem Jahr sind alle Aachener herzlich eingeladen, kulturelle und religiöse Vielfalt aus Aachen zu erleben, vielen Menschen zu begegnen und mit ihnen zu feiern, Neues zu erfahren, Interessantes kennen zu lernen, Kurzweiliges zu erleben und selbst etwas Besonderes zu tun.

Besucher erwartet ein schillerndes Programm: Kulturelles, Informatives, Religiöses, Sportliches, Kulinarisches aus fünf Kontinenten. Im Erdgeschoss und auf drei weiteren Etagen herrscht buntes Treiben, kann man sich informieren, mit Leuten ins Gespräch kommen. Vereine präsentieren, was sie in Aachen auf die Beine stellen. Man hat schöne Möglichkeiten, religiöse Gemeinschaften kennen lernen, Einblick in fremde Kulturen gewinnen. Einrichtungen aller Art stellen sich und ihre Angebote für Aachener vor.

Überall gibt es Musik, Klänge, Eindrücke, Düfte. In einem großen Essenszelt verwöhnen Speisen aus vieler Herren Länder den Gaumen der Gäste. Die Schirmherrschaft über den außergewöhnlichen Tag haben Armin Laschet, Integrationsminister des Landes NRW, und Marcel Philipp, Oberbürgermeister der Stadt Aachen übernommen. Philipp hat keinen Moment gezögert, diese Aufgabe von seinem langjährigen Vorgänger, Dr. Jürgen Linden, zu übernehmen, der das Anliegen seit Beginn als erster Bürger dieser Stadt gerne mit seinem Namen unterstützt hat.

Es gibt spannende neue Akzente und Angebote. Aachener Unternehmen informieren über ihre Ausbildungsplätze. Es sind dies vorrangig Firmen, die der so genannten „Charta der Vielfalt“ beigetreten sind und damit ihren Beitrag zu einer toleranten Gesellschaft erklären. Bei einem Berufsparcours und vielen anderen praktischen Angeboten wie zum Beispiel dem Bewerbungstraining einer Bank oder der Übung mit einem Gabelstapler kommt keine Langeweile auf. Personalchefs erklären auf der Bühne, worauf es ihnen bei Bewerbungen und bei Bewerbungsgesprächen ankommt. Qualifizierungsträger zeigen, wie Jugendliche mit weniger guten Schulabschlüssen dennoch den Sprung in die Arbeitswelt schaffen.

Sportler der Alemannia zeigen ihre Künste, das Fanprojekt zeigt dem Rassismus die rote Karte. Integration durch Sport ist in Aachen seit fünf Jahren ein Thema mit wachsender Bedeutung. Das kann man bei entsprechenden Infoständen begutachten. Darüber hinaus wird in diesem Jahr erstmals ein Förderpreis für wegweisende Projekte verliehen – natürlich wiederum beim Tag der Integration. In der Sporthalle des Pius-Gymnasiums gibt es derweil jede Menge Tanz, auch zum Mitmachen. Für jeden Geschmack dürfte da etwas dabei sein.

In der Schwimmhalle demonstrieren Lebensretter, was sie können, und laden zum Üben ein. Spiele ohne Grenzen laden im erfrischenden Nass zu einer sprudelnden Abwechslung ein. Ohnehin gibt es ein ganz vielseitiges Programm für Kinder und Familien. Ikebana-Blumenstecken, Hennamalen, Rastazöpfeflechten, Kürbisseschnitzen, Schminken, Hüpfburg und vieles mehr lassen Kinderaugen glänzen. Die katholische Beratungstelle Rat und Hilfe bietet ihre beliebte „Babybedenkzeit“ an. Jugendliche und junge Erwachsene können mit den begehrten Babypuppen ausprobieren, wie sich der Alltag als junge Eltern so anfühlt.

Mitten drin in der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung sind zahlreiche katholische Träger, die Caritas und andere Verbände ebenso wie Pfarreien, Vereine, Initiativen und Räte. Dass mit dem Pius-Gymnasium eine bischöfliche Einrichtung die Rolle des Gastgebers übernommen hat und sich selbst vielfach einbringt, wird allgemein als tolle Geste begriffen. Die katholische Bistumsregion hat in diesem Jahr die Federführung bei der Vorbereitung der Multireligiösen Friedensfeier übernommen, welche den Tag auch in diesem Jahr eröffnet.

Mit dieser bewegenden Zeremonie setzt man gemeinsam ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben in der mehr denn je multikulturell geprägten Stadt. Schließlich hat inzwischen jeder dritte Aachener einen Migrationshintergrund. Vor diesem Hintergrund verstehen alle Beteiligten die gelingende Integration als eine zentrale Zukunftsaufgabe in Aachen und engagieren sich gerne für den Tag der Integration.

Der besondere Charakter dieser Veranstaltung besteht darin, dass er nicht in erster Linie von hauptberuflichen Professionellen gestaltet wird, erst recht nicht von Event- oder Marketingagenturen. Vielmehr lebt er von der ehrenamtlichen Mitarbeit ganz vieler Frauen und Männer aus Vereinen, Initiativen, studentischen Gruppen, Migrantenselbstorganisationen. Der Tag bietet ihnen allen Raum, sich einzubringen, Gesicht zu zeigen, etwas zu bewegen. Manche investieren viel Zeit bei der Organisation des Gesamtrahmens. Dieser im besten Sinne bürgerschaftliche Charakter des Vorhabens ist das, was die bisherigen Tage immer geprägt und ihnen einen besonderen Zauber verliehen hat. Ein Blick ins Internet lässt vermuten, dass es auch in diesem Jahr wieder so sein wird.

Details zum Programm gibt es unter www. tagderintegration-aachen.de .

Von Thomas Hohenschue